SCHULEWIRTSCHAFT Nordrhein-Westfalen

Arbeitskreis Handwerk Heiligenhaus: Mit Praxis gegen Klischees

Um Jugendlichen das Handwerk schmackhaft zu machen, hat man sich in Heiligenhaus zusammengeschlossen: Ein Arbeitskreis aus 16 Unternehmen entkräftet an den Schulen vor Ort Klischees. Und fördert damit sogar mathematisches Verständnis.

„Wir stellen immer wieder fest, dass Handwerksberufe mit Klischees behaftet sind. Viele Jugendliche wissen gar nicht, wie eine Ausbildung im Handwerk aussehen kann“, meint Isabel Fechner-Müller. Sie ist eine der Sprecherin des Arbeitskreises Handwerk in Heiligenhaus.

Der Arbeitskreis besteht aus insgesamt 16 Einzelunternehmen: 15 Handwerksbetriebe sowie ein Architekt engagieren sich zusammen an den ortsansässigen Schulen.

Isabel Fechner-Müller führt in Heiligenhaus einen Handwerksbetrieb für Lichtwerbung. Sie meint: „Uns alle treiben die Nachwuchssorgen um. Wo könnte man also besser Aufklärungsarbeit leisten als in den Schulen vor Ort?“

Sogar Mathe wird verständlich

Einen lebendigen Einblick in die Ausbildungsmöglichkeiten geben und gemeinsam etwas schaffen – dass ist das, wofür sich der Arbeitskreis Handwerk des Stadtmarketings einsetzt. „Besonders an der Gesamtschule Heiligenhaus begleiten wir mehrere Projekte“, erklärt Fechner-Müller.

Die Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen hilft den Jugendlichen auch dabei, die Schul-Mathematik zu verstehen. Der Satz des Pythagoras wird schneller klar, wenn ein Handwerker die Berechnungen an praktischen Beispielen zeigt. Mathematische Formeln lassen sich auf den Grundriss eines Hauses besser anwenden als auf konstruierte Aufgaben aus der puren Theorie. Vertieft wird dieses Wissen auch in gemeinsamen Projekten mit den Unternehmen.

Im Dialog bleiben

Fragen wie beispielsweise „Wie kommt eigentlich Strom ins Haus?“ können die Heiligenhäuser Schüler nicht mehr schocken. Zumindest nicht, seitdem Elektriker den Jugendlichen das Thema elektronische Schaltungen nah gebracht hat.

Ebenso planten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit dem Architektenbüro Bialon ein Gartenhaus. Sie berechneten die Flächen und setzten ihre Vorstellungen in Entwürfen um. Mit dem Metallbauer Patzer konnten sie mit verschiedenen Materialien eine Modelltreppe konstruieren.

„So bekommen wir Kontakt zu potentiellen Auszubildenden“, meint Isabel Fechner-Müller. „Außerdem bleiben wir im Dialog mit unserer Nachbarschaft –und Teil eines großen Kooperationsnetzes.“

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