JUNIOR Schülerfirmen engagiert: Erfolgreich Wirtschaften und dabei Gutes tun

Nicht nur unzählige gemeinnützige Initiativen, sondern auch viele Schülerunternehmen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln JUNIOR gGmbH, engagieren sich in der Flüchtlingshilfe. Ihren Schwerpunkt setzen sie dabei auf den Dialog und die Interaktion mit Flüchtlingen. Beide Seiten sollen dabei voneinander lernen, um Ressentiments und Vorbehalte abzubauen. Die Schülerunternehmen unterstützen die Flüchtlinge beim Spracherwerb und dem Kennenlernen der deutschen Kultur. Der finanzielle Erfolg der Unternehmen wird dem sozialen Engagement dabei untergeordnet bzw. für die Flüchtlingshilfe genutzt. Der besondere Einsatz ist kein regionales Phänomen. In allen Teilen Deutschlands finden sich Schülerunternehmen, die sich für Flüchtlinge engagieren. Die Ansätze sind vielfältig:

‚My Welcome Book‘ – Ein Malbuch gegen die Langeweile im Flüchtlingsheim
JUNIOR Schülerfirma Refugeesbook am Josef-Hofmiller-Gymnasium Freising (Bayern)

Wie kann man Kindern ohne Sprach- und Schreibkenntnisse die deutsche bzw. bayerische Kultur spielerisch näherbringen und dabei eine Abwechslung zum Alltag im Flüchtlingsheim bieten? Dieser Frage stellte sich das JUNIOR Unternehmen Refugeesbook aus Bayern. Die Lösung: Sie kreierten ein Malbuch, in dem die Flüchtlingskinder die zentralen Sehenswürdigkeiten Bayerns ausmalen können. Die Flüchtlinge selbst mussten für die Bücher nichts bezahlen, denn das Unternehmen hat für die Finanzierung engagierte Bürger und Unternehmen gefunden, die die Kosten übernahmen.
Für die Jugendlichen war die persönliche Übergabe der Malbücher in den Flüchtlingsheimen ein besonderes Anliegen. Sie konnten sich hautnah einen Eindruck von den Lebensbedingungen in einem Übergangsheim verschaffen. Dies beeindruckte die Schülerinnen und Schüler nachhaltig, es sei jedes Mal ein Erfolgserlebnis, die Malbücher an die Flüchtlingskinder zu verteilen.

‚Hands of ADS‘ – Stifte und Co. für die neuen Mitschülerinnen und Mitschüler
JUNIOR Schülerfirma Hands of ADS an der August-Dicke-Schule Solingen (Nordrhein-Westfalen)

Die Schülerinnen und Schüler der August-Dicke-Schule (ADS) verkaufen Solinger Taschenmesser mit ‚Hands of ADS‘- Gravur für den guten Zweck. Für vier Euro können die Messer erworben und somit das Schülerprojekt unterstützt werden. Mit ihren Einnahmen finanziert die Schülerfirma Unterrichtsmaterialien, wie beispielsweise Wörterbücher, Stifte und Hefte für die Flüchtlingskinder an ihrer Schule. Doch das reicht der Schülerfirma nicht, denn sie wollen darüber hinaus ihre neuen Mitschüler in ihre Gemeinschaft integrieren. Zu diesem Zweck sind zusätzlich diverse Freizeitaktivitäten und Schulveranstaltungen, zum Beispiel ein gemeinsames Pizzabacken und ein Fußballturnier von dem JUNIOR Unternehmen, organisiert worden.
Jedes Mitglied der JUNIOR Firma ist außerdem Pate für einen der neuen Mitschüler. Auch über die einjährige Teilnahme beim JUNIOR Schülerfirmenprogramm hinaus, wollen sich die Schüler an ihrer Schule engagieren. Ziel ist es, mit der Seiteneinsteigerklasse in Kontakt zu bleiben und ab und zu etwas zusammen zu unternehmen. Unterstützt wird die Schülerfirma von der Ernst Klever GmbH und der Böker Baumwerk GmbH, die die Messer zu günstigen Konditionen bzw. kostenfrei zur Verfügung gestellt haben.

‚Grenzenloses Kochen‘ – das gemeinsame Kochen als Verbindungsmodul
JUNIOR Schülerfirma ConnECKt an der Jungmannschule Eckernförde (Schleswig-Holstein)

Begegnung und Interaktion – dies sind nur zwei Stichworte, die die Arbeit des JUNIOR Unternehmen „ConnECKt“ von der Jungmannschule in Eckernförde beschreiben. Die Schüler organisierten gemeinsame Koch-Events und konzipierten zusammen mit den Flüchtlingen ein Koch- sowie ein Backbuch mit Rezepten aus den jeweiligen Heimatländern. Die Schülerfirma leistet damit einen Beitrag, um die Angst vor dem Fremden und die Isolation der Flüchtlinge gleichermaßen abzubauen.
Das Unternehmen, dessen Namen sich vom englischen Verb “to connect” ableitet, sieht die Treffen mit den Flüchtlingen als elementaren Bestandteil der Schülerfirmenarbeit an. Sie treffen sich nicht nur um die kulinarischen Spezialitäten ihres jeweiligen Herkunftslandes kennenzulernen, sondern auch um gemeinsam Zeit zu verbringen und Spaß zu haben.

Jute Tat – Gemeinsame Unternehmungen für mehr Integration
JUNIOR Schülerfirma Jute Tat am Ulrich-von-Hutten-Gymnasium Berlin

Um den direkten persönlichen Kontakt geht es auch dem Berliner JUNIOR Unternehmen „Jute Tat“. Gemeinsam mit den Flüchtlingen richtet das Unternehmen Veranstaltungen und Unternehmungen aus, bei denen neue Kontakte zwischen Flüchtlingen, Mitarbeitern des JUNIOR Unternehmens und der Schulgemeinschaft entstehen. Beim gemeinsamen Bowlen, Fußball- und Minigolf-Spielen finden die neuen Mitschüler Ablenkung und Spaß.
Die Hauptstädter lassen es noch offen, ob sie das Unternehmen auch über das Schuljahr hinaus weiterführen möchten. Fest steht jedoch bereits: Das gegenseitige Kennenlernen ist für beide Seiten ein unheimlicher Gewinn und definitiv eine wichtige Hilfe für die Flüchtlingskinder, sich darüber in ihrer neuenUmgebung besser zurechtzufinden und sich wohler fühlen.

Alle vier Unternehmen, verteilt quer über die Republik, vereint der Wunsch, ihr unternehmerisches Handeln mit Maßnahmen für eine bessere Integration der Flüchtlinge zu verbinden. Mit Beginn des neuen Schuljahres werden wieder viele Schülerinnen und Schüler ein neues JUNIOR Unternehmen gründen. Aufgrund der unveränderten Relevanz und Aktualität werden sicherlich viele neue Ideen rund um die Integration von Flüchtlingen dabei sein.

Mehr über JUNIOR: www.junior-programme.de

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