Bernd Münstermann GmbH & Co. KG

Posted By Alexander Frede / 2. Dezember 2016 / / Comments are disabled

Telgte
Kategorie: Mittlere SCHULEWIRTSCHAFT-Starter – 1. Platz

Die Plattform „Telgter Modell“ vernetzt Schulen der Region und versorgt Lehrkräfte mit Unterrichtsinhalten zu diversen Themenstellungen.

Das Unternehmen lädt Schülerinnen und Schüler zu themenbezogenen Projekten ein. Die Wissensvermittlung ist sehr anschaulich, und die Teilnehmenden lernen Beschäftigte aus verschiedenen Berufsbereichen kennen. Auch Jugendliche mit Lernschwierigkeiten erhalten die Möglichkeit, eine Ausbildung erfolgreich abzuschließen.

  1. Was motiviert Sie, sich in der Zusammenarbeit mit Schulen zu engagieren?

Lernen macht Schülern Spaß, wenn sie einen Bezug zwischen Theorie und Praxis erfahren und einen Sinn darin erkennen können, was sie gerade lernen. Lernen findet nur dann statt, wenn Lust und Freude sowohl bei Schülern als auch bei Lehrern besteht. Das beginnt vor Ort, da wo die Schüler wohnen und die Schule besuchen. Ein ab und zu wechselnder Lernort oder die Einbindung weiterer Akteure im Lernprozess (Azubis, Facharbeiter, Chefs, usw.) machen den Lernprozess interessant. Diese Begeisterung der Schüler erleben wir immer wieder bei vielen gemeinsamen Aktivitäten.

  1. Mit was für Projekten engagieren Sie sich in den Schulen?

Wir als Münstermann stehen für verschiedene Projekte zur Verfügung. Wir warten auf Anforderung der Lehrer, die auf Grund des “Telgter Modells” wissen, dass verschiedene Arbeitgeber für eine Zusammenarbeit zur Verfügung stehen.

Derzeit fördern wir mit verschiedenen Sponsoren ein “Fischertechnik-Projekt” im Gymnasium: Neben der Finanzierung der Materialien werden die Schüler mit ihrem Lehrer reale technische Projekte aufsuchen, die sie bereits gebaut haben oder anschließend bauen werden. Der Bezug zwischen Theorie und Praxis wird erlebbar.

  1. Auf welche Aktivtäten sind Sie besonders stolz?

Wir sind besonders stolz darauf, dass es uns über die Jahre hin gelungen ist, mehrere Fächer in Schulen inhaltlich zu begleiten und zu unterstützen:

  • Thema Gewerbegebiet in Klasse 6: Schüler besprechen das Thema (im Schulbuch 4 Seiten), kommen anschließend zu uns und schauen sich ein Gewerbegebiet sowie unser Unternehmen an und diskutieren mit Chefs und Facharbeitern. Sie erhalten damit schon frühzeitig ein ganz andres Bild des theoretisch erlernten und lernen Zusammenhänge, Arbeitsplätze sowie Unternehmen ganz anders kennen.
  • Kunstprojekt mit dem örtlichen Gymnasium: Jährlich findet mit den Oberstufenschülern des örtlichen Gymnasiums das Projekt ” HANDarbeit-bildWERK” statt: Alle Kunstschüler besuchen für einen Tag in Kleingruppen ein Unternehmen, machen Fotos, Interviews, Filme und erstellen daraus ein Projekt wie z.B. ein Ölgemälde zu einer bestimmten Stilrichtung und Kollagen nach fachlichen Vorgaben oder wie in diesem Jahr einen Imagefilm für Unternehmen.
  1. Wie haben Sie dieses Projekt entwickelt, d.h. wie sind Sie innerhalb des Unternehmens grob vorgegangen und wen haben sie dabei einbezogen (Kollegen, Lehrer, Schüler usw.)?

Kunstprojekt: eine Kunst-Lehrerin des örtlichen Gymnasiums hat davon erfahren, dass Unternehmen als Partner vor Ort für eine Zusammenarbeit zur Verfügung stehen. Sie hat mich angerufen und die Idee eines solchen Projektes vorgestellt. Der Wirtschaftsförderer vor Ort hat alle im “Telgter Modell” aufgelisteten sowie weitere Arbeitgeber vor Ort per Mail über das Projekt informiert und dazu aufgefordert, sich daran zu beteiligen. Inzwischen ist die Maßnahme ins Schulprogramm des Gymnasiums übernommen und findet jährlich statt.

Unsere Mitarbeiter freuen sich immer wieder über “neugierige” Schüler, geben gerne Auskunft oder zeigen ihnen ihre berufliche Arbeitswelt.

  1. Welche Hürden gab es während des Prozesses?

Das Gymnasium hat zunächst etwas gezögert, die Zusammenarbeit zu nutzen. Nachdem dann eine Physiklehrerin einen Praktikanten bei uns besucht und die reale Arbeitswelt mit idealen Möglichkeiten einer Zusammenarbeit selber erfahren hatte, konnte sie ihren Direktor zum Mitmachen überzeugen. Inzwischen ist das Gymnasium mit vielen Aktivitäten in mehreren Unterrichtsfächern mit Arbeitgebern vernetzt.

  1. Wie stellen Sie eine langfristige und nachhaltige Zusammenarbeit mit der Schule bzw. den Schulen sicher?

Alle Schulen, Schüler, Eltern können im “Telgter Modell” die Plattform einsehen. Zu den Unternehmen sind Ansprechpartner genannt, die gerne von Lehrern oder Schülern angerufen werden können.

Die Zusammenarbeit mitverantwortlich Wirtschaftsförderung vor Ort sowie regelmäßige Treffen und die Entwicklung und Umsetzung neuer Ideen mit einigen Lehrern hält den Prozess aufrecht und bringt neue Impulse.

  1. Was ist die Resonanz dieses Projektes innerhalb ihres Unternehmens?

Unsere Mitarbeiter sind stolz darauf, jungen Menschen z.B. als Praktikanten ihre Arbeitswelt zeigen zu dürfen, helfen bei kleinen praktischen Übungen oder leiten sie zu ersten handwerklichen Tätigkeiten an. Grundsätzlich ist das Thema im Unternehmen positiv besetzt.

  1. Welche Tipps würden Sie anderen Unternehmen geben, die ähnliche Projekte planen?

Klein anfangen und “bottom up” statt “top down” ist in diesem Fälle der beste Weg. Schüler mit kleinen Dingen begeistern, sie selber Erfolg erlebbar machen lassen, das ist ein guter Weg.

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