Magnet-Schultz GmbH & Co. KG

Posted By Alexander Frede / 24. August 2016 / / Comments are disabled

Memmingen
Kategorie: Große Unternehmen – 1. Platz

Magnet-Schultz weckt auf mehreren Ebenen das Interesse für Technik und fördert speziell die Talente von Mädchen.

Im Gespräch mit Martina Faulhaber (Leitung Aus- und Weiterbildung):

  1. Was motiviert Sie, sich in der Zusammenarbeit mit Schulen zu engagieren?

Die Ausbildung von jungen Menschen hat in unserem Familienunternehmen eine lange Tradition und einen sehr hohen Stellenwert. Seit 1950 wurden bereits mehr als 1.800 Jugendliche ausgebildet. Wir fühlen uns dieser Tradition verpflichtet und möchten diesen Weg weiter gehen. Um Schüler optimal auf dem Weg der Berufsfindung zu begleiten und ihnen einen positiven Einstieg in die Berufswelt zu ermöglichen, arbeitet MAGNET-SCHULTZ bereits seit vielen Jahren sehr erfolgreich mit Schulen aus der Region Memmingen zusammen. Es ist uns sehr wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler erkennen, wie viele Ausbildungsberufe es gibt und welche unterschiedlichen Aufgaben und Möglichkeiten damit im späteren Berufsleben einhergehen.

Dabei möchten wir selbstverständlich unser Unternehmen als sehr guten Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb der Region Memmingen präsentieren. Die positive Resonanz der Schulen und Schüler sowie die hohe Anzahl von Bewerbungen aus den kooperierenden Schulen bestätigen und motivieren uns in unserer Arbeit. Es zeigt uns, dass sich das große Engagement und die gute Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern für alle Beteiligten auszahlen.

  1. Mit was für Projekten engagieren Sie sich in den Schulen?

Bei unterschiedlichen Aktivitäten; z. B. in Bewerberworkshops, bei Betriebsbesichtigungen, bei Praktika oder anderen Events können die Schülerinnen und Schüler unser Unternehmen und viele verschiedene Ausbildungsberufe kennenlernen. Wir bieten als Hersteller von elektromagnetischen Apparaten als Ergänzung zum Physikunterricht einen Workshop Elektromagnetismus an, wir begleiten Techniktage und bieten speziell für Mädchen unter dem Motto „Girls only!“ spannende Einblicke in Berufe, die ansonsten verstärkt von Jungs bevorzugt werden.

Wir adressieren aber ebenso die Lehrkräfte, indem wir Lehrererkundungen anbieten, was übrigens sehr gut und erfolgreich angenommen wird. Hierbei werden Einblicke in das Unternehmen und die Anforderungen im Beruf gegeben, aber auch Workshops rund um die Themen Zeugnisbeurteilung und Bewerberauswahl durchgeführt. Auch wir als Unternehmen profitieren vom Austausch mit den Lehrkräften sehr.

Die gesellschaftliche Entwicklung hin zur Akademisierung vs. Karriere mit Lehre beschäftigt uns ebenfalls, so dass wir gerne zu Gast bei Elternabenden an Schulen sind, an welchen wir bereits mehrfach Impulsvorträge zu diesen Themen gehalten haben und die Eltern so aus erster Hand erfahren konnten, wie die hiesige regionale und sehr bodenständige Wirtschaft denkt und agiert.

  1. Auf welche Aktivtäten sind Sie besonders stolz?

Unsere Aktivitäten beziehen sich nicht nur auf potentielle Nachwuchskräfte, die noch an der Schule sind. Sondern auch auf diejenigen, die bereits im Haus sind. Die Aktivitäten unserer Auszubildenden binden sie an unser Unternehmen und überzeugen über Mundpropaganda vielleicht auch andere potenzielle Nachwuchsfachkräfte von der Attraktivität der Ausbildung bei uns.

Da gibt es z. B. unsere Aktion MAGNET-SCHULTZ goes Berlin – Mitarbeiterbindung mal anders: Seit 2012 organisieren wir jährlich für rund 40 – 60 Auszubildenden im dritten Lehrjahr einen Aus“flug“ nach Berlin. Dabei ist für ein abwechslungsreiches Programm gesorgt. Klassische Sehenswürdigkeiten wie das Rote Rathaus, das Brandenburger Tor oder eine Stadtrundfahrt dürfen natürlich nicht fehlen.  Daneben stehen oftmals auch Firmenkunden auf dem Programm, um den jungen zukünftigen Mitarbeitern zu zeigen, wo die von uns gefertigten Produkte verbaut werden. Wir wollen mit diesen Angeboten das WIR-Gefühl innerhalb unserer Auszubildenden und das Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen stärken. Zudem legen wir Wert auf eine breite überfachliche Qualifizierung und daher auch auf Wissen hinsichtlich unseres politischen Lebens in Deutschland, z. B. wie Gesetze zustande kommen sowie Kenntnisse der Kulturgeschichte.

In Kooperation mit dem Europa Büro Memmingen, der Europa Union Memmingen und Schülern von Memminger Schulen fahren wir zudem als einziger Memminger Ausbildungsbetrieb mit unseren Auszubildenden regelmäßig nach Straßburg in das Europäische Parlament. Unsere Azubis bereiten im Vorfeld hierfür eine kleine Präsentation zu den einzelnen europäischen Institutionen vor und berichten während der Busfahrt über die Aufgaben und Ziele dieser. Insbesondere die Schüler der anderen Schulen können dabei erkennen, dass sich ein Industriebetrieb nicht nur mit der Fachausbildung beschäftigt.

Die Mädchen für die Technik zu begeistern ist uns ebenfalls großes Anliegen. Wir beteiligen uns nicht nur am jährlichen Girls Day, sondern organisieren in Kooperationen verschiedener Schulpartner eigene Projekttage für Mädchen. Über ein besonderes Projekt sprechen wir die Mädchen zielgruppenorientiert an. Den Mädchen macht es Spaß, etwas anzufertigen, was sie mit Ihrem Alltag verbinden können. Daher erstellen Sie einen Spiegel mit pinker LED-Beleuchtung. Das Projekt wird überwiegend von unseren Azubis betreut. Durch verschiedene Fertigungsverfahren, die von den Schülerinnen selbstständig ausgeführt werden, wie z. B. feilen, bohren und sägen, aber auch löten von Leitungen bekommen die Mädchen schon einen detaillierten Einblick in die verschiedenen beruflichen Anforderungen. Durch die eigenständige Vorgehensweise verstärkt sich die Vorfreude, beim Zusammenbau des Leuchtspiegels in der Gruppe. Die bisherigen Mädchengruppen waren voller Begeisterung über den selbst hergestellten und leuchtenden Spiegel.

  1. Wie haben Sie dieses Projekt entwickelt, d.h. wie sind Sie innerhalb des Unternehmens grob vorgegangen und wen haben sie dabei einbezogen (Kollegen, Lehrer, Schüler usw.)?

Wir konzentrieren uns nicht auf ein spezielles Projekt, sondern haben z. B. über die IHK als Initiator 7 Schulpartnerschaften besiegelt. Zu Schuljahresbeginn treffen wir uns mit den jeweiligen Schulverantwortlichen und lassen das vergangene Schuljahr und unsere gemeinsamen Aktionen Revue passieren. Dabei legen wir fest, welche Aktivitäten wir im neuen Schuljahr beibehalten wollen, welchen Themen weniger Bedeutung beikommt, aber planen auch interessante neue Projekte. Nachdem wir Kooperationspartner von  Mittelschulen, Gymnasien sowie Real- und Wirtschaftsschulen sind, sind die Bedarfe individuell. Unser Ziel ist es, eine Angebot aufzustellen, dass den Wünschen und Bedarfen der jeweilige Schule gerecht wird. Dabei sind schon tolle Projekte entstanden.

  1. Welche Hürden gab es während des Prozesses?

Hürden gab es keine. Die Begeisterung gemeinsam neue Wege zu gehen waren seitens Unternehmen wie auch der Schulen von Anfang an vorhanden. Nur die individuelle Vorgehensweise musste jeweils erarbeitet werden. Dies ist uns gemeinsam bisher sehr gut gelungen.

  1. Wie stellen Sie eine langfristige und nachhaltige Zusammenarbeit mit der Schule bzw. den Schulen sicher?

Für MAGNET-SCHULTZ sind in der Tat die Schulkooperationen eine sehr gute Möglichkeit die Zusammenarbeit zu stärken und weiterhin auszubauen. Durch die regelmäßige Abstimmung bezüglich der geplanten Aktivitäten entsteht ein verbindliches Zusammenarbeiten, der Erfolg und die sehr gute Resonanz bisheriger durchgeführter Veranstaltungen motivieren zusätzlich. Beide Seiten profitieren von diesen Partnerschaften und halten so die Kooperation mit entsprechendem Engagement aufrecht.

  1. Welche Tipps würden Sie anderen Unternehmen geben, die ähnliche Projekte planen?

Von Bedeutung ist es, authentisch zu bleiben und sich vermutlich nicht zu sehr darauf zu konzentrieren, was andere schon machen oder gar wie sie es machen. Besonders wichtig ist es, dass die beteiligten Personen selber Begeisterung für ein Thema mitbringen und andere mit Ihrer Begeisterung anstecken können. Das bleibt positiv bei allen Akteuren in Erinnerung und wirkt sich auch positiv darauf aus, wie man als Arbeitgeber bzw. als Ausbildungsbetrieb wahrgenommen wird.

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