Turck Beierfeld GmbH

Posted By sw_admin / 2. Februar 2015 / / Comments are disabled

Grünhain-Beierfeld
Kategorie: Mittlere Unternehmen – 1. Platz

In der von Turck Beierfeld GmbH angebotenen Elektronik AG erlernen junge Menschen technische Grundlagen und den spielerischen Umgang mit dem Lötkolben. Wir sprachen mit Andreas Grieger, Leiter Lehrausbildung, über die Projekte und das Engagement von dem Unternehmen.

  1. Was motiviert Sie, sich in der Zusammenarbeit mit Schulen zu engagieren?

Durch die Zusammenarbeit mit den Schulen möchten wir unseren Bekanntheitsgrad in der Region steigern und die Schüler in einer von Metallverarbeitung geprägten Region für Elektrotechnik bzw. Elektronik begeistern. Unser Ziel ist die Gewinnung von Auszubildenden und Nachwuchskräften für unser Unternehmen am Standort Beierfeld.

Gleichzeitig ist es uns ein Anliegen einen Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Erzgebirge zu leisten. Viele Schüler haben leider lange Zeit, oftmals bis in Klasse zehn oder zwölf hinein, keine Vorstellung davon, welchen Beruf sie erlernen möchten. Sinn und Zweck eines Schülerpraktikums ist deshalb, dass die Schüler nach ihrem Praktikum sagen können, “Elektronik, das ist mein Ding” oder “Elektronik, nie wieder”. Davon haben beide Seiten etwas: Die jungen Leute erlernen nicht den falschen Beruf und wir bilden nicht den falschen Azubi aus. Es ist immer motivierend, wenn man ehemalige Praktikanten oder deren Eltern nach Jahren trifft und gesagt bekommt, dass unsere Arbeit zur richtigen Berufswahl beigetragen hat, auch wenn Turck am Ende nicht der Ausbildungsbetrieb geworden ist.

  1. Mit was für Projekten engagiert sich Turck in den Schulen?
  • Turck Technikolympiade
  • Elektronik Arbeitsgemeinschaft an der Oberschule Grünhain-Beierfeld
  • Bewerbertraining an verschiedenen Schulen
  • Unterrichtsstunden zur Beruf- und Studienorientierung an Oberschulen und Gymnasien
  • Beteiligung an Bildungsmessen der Schulen, Wochen der Berufsorientierung mit Vorträgen

 

  1. Auf welche Aktivtäten sind Sie besonders stolz?

Die Turck-Technikolympiade: Seit 2014 führen wir die Technikolympiade für Oberschulen der Region durch, an der sich die teilnehmenden Schulen mit je drei Schülern der Klassen acht und neun (davon mind. je ein Mädchen) beteiligen. Wir kommen zur Projektvorbereitung für zwei Stunden in die Schulen, der praktische Teil findet individuell an den Schulen statt. Dabei stellen wir die gesamte Technik und das Material. Der theoretische Teil und die Preisverleihung finden an einem Samstag in unserem Haus statt. Dazu sind auch die Eltern, Lehrer und Schulträger eingeladen. Im praktischen Teil bestücken und löten die Schüler eine Platine, welche mit einem Arduino (Physical Computing Plattform) eine vorgegebene Funktion ergeben muss. Für Arduino müssen die Schüler ein einfaches Programm schreiben. Im Theorieteil müssen in 45 Minuten Fragen zur Wärmeberechnung, Mathematik und Physik beantwortet werden. Die drei besten Schüler jeder Klassenstufe und die drei besten Schulen werden mit Geldpreisen ausgezeichnet. Die Aufgabenstellungen werden von Azubis erstellt.

  1. Wie haben Sie dieses Projekt entwickelt, d.h. wie sind Sie innerhalb des Unternehmens grob vorgegangen und wen haben sie dabei einbezogen (Kollegen, Lehrer, Schüler usw.)?

Die Idee dazu kam von unserem Personalleiter Herrn Höhn. In der ersten Phase haben wir das grobe Konzept mit geschätzten Kosten und Zeitaufwand der beteiligten Personen (Lehrausbilderin, Personalleiter, Prokurist, Geschäftsführer, Ausbildungsleiter) erstellt. In der zweiten Phase wurden die Schulleitungen von potentiellen Teilnehmerschulen besucht und über das Projekt informiert. Anschließend haben wir die Internetseite (www.technikolympiade.de) und den Flyer durch eine Kollegin erstellen lassen sowie den praktischen Teil durch unsere Auszubildenden erarbeitet. Beim Theorieteil bekamen wir Hilfe von Lehrern, um die Fragen altersgerecht entsprechend der Klassenstufe zu stellen. Nach der ersten Technikolympiade 2014 passten wir das Konzept nochmal in Bezug auf den Zeitaufwand im Praxisteil an.

  1. Welche Hürden gab es während des Prozesses?

Die größte Hürde ist der Kontakt zu den Schulen und Lehrern, denen oft die Zeit fehlt. Ich habe z.B. für die Turck Technikolympiade 2017 die Schulleitungen von 23 Schulen der Region angeschrieben und nun sieben Anmeldungen auf dem Tisch. Von den anderen Schulen gibt es keinerlei Rückmeldung, was wirklich schade ist.

  1. Wie stellen Sie eine langfristige und nachhaltige Zusammenarbeit mit der Schule bzw. den Schulen sicher?

Wir nehmen alle Anfragen von Schulen der Region an und präsentieren uns in den Unterrichtsstunden und auf Elternabenden. Außerdem bieten wir Möglichkeiten zu Betriebsrundgängen sowie Schülerpraktika und übernehmen für eine Schule die Kosten für den Berufswahlpass. Natürlich schreiben wir die Schulen auch regelmäßig zum Schuljahresbeginn an.

  1. Was ist die Resonanz dieses Projektes innerhalb ihres Unternehmens?

Wir werden von allen Bereichen unterstützt, wenn wir Hilfe anfordern. Das betrifft viele Bereiche wie z.B. die Herstellung von Pokalen und Urkunden, das Laserbeschriften der Giveaways, das Catering für den Finaltag, die Bestellung der Platinen und die industriegerechte Aufbereitung der Fertigungsdaten für diese Platinen bis hin zur Bereitstellung von Fahrzeugen, um die Schulen zu besuchen. Und unsere Geschäftsleitung war zum Finale der Technikolympiade immer anwesend.

  1. Welche Tipps würden Sie anderen Unternehmen geben, die ähnliche Projekte planen?

Man braucht einen langen Atem sowie einen guten Draht zur regionalen Presse, damit sie entsprechend darüber berichtet und natürlich zu den Lehrern, welche einfach mitziehen müssen. Meine Erfahrung zeigt, dass ein Unternehmen eine ganz neue Idee braucht, um nicht mit anderen Firmen in Konflikt zu geraten. Wir sind weit und breit die einzigen, die bei uns so etwas anbieten.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Turck  (www.turck.de) und der Technikolympiade (www.technikolympiade.de).

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