TuTech Innovation GmbH

Posted By sw_admin / 20. August 2014 / / 0 Comments

Hamburg
Kategorie: Kleine Unternehmen

Im Hörsaal werden Schule, Universität und unterschiedliche Wirtschaftsbranchen vernetzt sowie Schüler, Lehrer und Eltern umfassend angesprochen.

Mit dem „Nachwuchscampus“ bereitet TuTech gezielt auf Studium und Ausbildung vor. Schülerinnen und Schüler erarbeiten beispielsweise Präsentationen, die sie im Unternehmen vorstellen und anschließend auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern diskutieren.
Stichwort Vernetzung: Zum Konzept gehört es ebenso, neue Kooperationsmodelle von Schulen und Unternehmen zu entwickeln, die auch außerhalb des Campus stattfinden können.

Im Gespräch mit Frau Liese haben wir mehr über das Engagement erfahren:

1.    Was motiviert Sie, sich in der Zusammenarbeit mit Schulen zu engagieren?

Uns motiviert besonders, dass mit dem NACHWUCHSCAMPUS die Hamburger Wirtschaft, Politik, Schulen und Technische Universität Hamburg (TUHH) gemeinsam etwas Besonderes für die Region schaffen! Besondere Wertschätzung erhalten alle im “Nachwuchscampus” engagierten Partner durch die Förderung der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation als vorbildliches Projekt für Hamburg. Grundlage für unser Engagement sind fünf Beobachtungen:
1. Fehlender Berufseinblick bei Schülern 2. Unvorbereitete Klassen bei Unternehmensbesuchen und fehlendes Verständnis der Schüler, das Erlebte umfassend zu verstehen und für sich zu nutzen 3. Wissenschaftler tragen in Unternehmen vor, erhalten eine Unternehmensführung und können sich dann auf Augenhöhe begegnen – Warum es nicht bei Schülern genauso machen? 4. Schülern eine aktivere Rolle bei Unternehmensbesuchen geben, ohne Mehraufwand für die Unternehmen 5. Warum nicht eine win-win Situation aus der Kooperation machen, wo auch die Unternehmen von den Schülern lernen!

2.    Mit was für Projekten engagieren Sie sich in den Schulen?

Insgesamt engagieren wir uns als TuTech Innovation GmbH durch das Projekt KINDERFORSCHER AN DER TUHH „Nachwuchscampus“ mit 10 individuellen Kooperationen zwischen den Unternehmen Aug.Prien Bauunternehmung, Aurubis AG, Backhaus Wedemann, Hamburg Wasser, HOBUM Oleochemicals GmbH, Mankiewicz Gebr. & Co., Merck, Mercedes Benz Werk Hamburg, Shell Technology Centre, und Smaato an bislang sieben Schulen (Gymnasien: Alexander von Humboldt, Friedrich Ebert, Heisenberg und Süderelbe sowie Stadtteilschulen: Bonifatiusschule, Goethe Schule Harburg, Süderelbe).  Kurzfilme und Projektposter zu den einzelnen Schul-Unternehmenskooperationen sind unter folgendem Link veröffentlicht http://nachwuchscampus.de/aktuelles/.

3.    Auf welche Aktivtäten sind Sie besonders stolz?

Wir sind besonders stolz, sowohl große und kleinere Unternehmen, sowie Gymnasien und Stadtteilschulen in jeweils mehrmonatigen regionalen Projekten im Bemühen um die Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft miteinander zu vernetzen. Die Unternehmensthemen bilden eine große Branchenbreite ab: Auto-, Back-, Bau-, Chemie-, Farb- und IT-Industrie sowie Wasserversorger, von der Handwerksausbildung des Bäckermeisters oder Konstruktionsmechanikers bis hin zum Informatikstudium. Wir entwickeln neue Methoden, um Schülern und Lehrern eine aktivere Rolle in Unternehmenskooperationen zu geben, ohne großen Mehraufwand für die Unternehmen. Lehrer werden zusammen mit den Schülern fortgebildet. Auch Eltern müssen dringend mit informiert werden, haben sie doch einen starken Einfluss auf die Berufswahl ihrer Kinder! Diese werden bei der großen vernetzenden Abschlussfeier durch die Schüler und Unternehmensmitarbeiter an den Ständen informiert und beraten, und erhalten im Hörsaal einen Gesamtüberblick der regionalen Berufsmöglichkeiten.

4.    Wie haben Sie dieses Projekt entwickelt, d.h. wie sind Sie innerhalb des Unternehmens grob vorgegangen und wen haben sie dabei einbezogen (Kollegen, Lehrer, Schüler usw.)?

Auf der Grundlage unserer Erfahrung als KINDERFORSCHER AN DER TUHH in der Gestaltung von Schule-Unternehmenskooperationen, haben wir für den Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden e.V. das “Nachwuchscampus”- Konzept entwickelt und unter der Verwaltung der TuTech Innovation GmbH seit vier Jahren bereits umgesetzt. Wir sind seitens der Technischen Universität Hamburg (TUHH) auf die Unternehmen zugegangen, haben uns ihre Möglichkeiten angeschaut und uns über ihre Bedürfnisse an Nachwuchs ausgetauscht. Anschließend haben wir sowohl allgemeine branchenübergreifende, wie auch branchenspezifische Bildungsmaterialien für den Schulunterricht entwickelt. Viele dieser Materialien wären bundesweit übertragbar auf andere Regionen. Alle Schulen der Region wurden vor Projektbeginn zu einem Kick-Off-Treffen mit Unternehmen eingeladen. Alle bei der Veranstaltung an der Teilnahme interessierten Schulen wurden aufgenommen.

5.    Welche Hürden gab es während des Prozesses?

Eine Finanzierung für die Entwicklung von branchenübergreifenden Bildungsmaterialien für Schul-Unternehmenskooperationen ist extrem schwer zu erhalten, da dieses weder die Aufgabe von Einzelunternehmen, noch der Schul- oder Wirtschaftsbehörde ist. Es ist dem Wirtschaftsverein, der Hamburger Sparkasse, der TUHH, einzelnen Unternehmen und der Hamburger Wirtschaftsbehörde zu danken, die bereit waren und z.T. noch sind, das Engagement von KINDERFORSCHER AN DER TUHH zu unterstützen.

6.    Wie stellen Sie eine langfristige und nachhaltige Zusammenarbeit mit den Schulen sicher?

Wir legen sehr viel Wert auf die Entwicklung unserer Feedbackbögen für Lehrer und Teilnehmer, die umfassende Auswertung und Weiterentwicklung des Projektaufbaus auf der Basis dieses Feedbacks. Wir stehen in ständigem Kontakt zu einzelnen Berufsorientierungslehrern, Fachlehrern und Schulleitungen, um die Projekte individuell auf die Schulen, Unternehmen und die sich ständig verändernden Anforderungen anzupassen. Zugleich werben wir ständig Fördergelder ein, um passende Bildungsmaterialien zu entwickeln und bearbeiten. Wir betreuen jede Schule und jedes Unternehmen nach ihren Bedürfnissen individuell, und dennoch führen wir zu Projektbeginn und Projektende alle zusammen, damit alle voneinander lernen können.

7.    Was ist die Resonanz dieses Projektes innerhalb ihres Unternehmens?

Alle Projektpartner sind seit vier Jahren dabei und wollen weitermachen. Weitere Schulen und Unternehmen warten darauf aufgenommen zu werden. Das Projekt soll zum Schuljahr 2017/18 ausgeweitet werden.

8.    Welche Tipps würden Sie anderen Unternehmen geben, die ähnliche Projekte planen?

Haben Sie als Schüler mal in einem Unternehmen vor Unternehmensmitarbeitern selbst vorgetragen? Konnten die Unternehmensmitarbeiter auf Ihren Wissenstand und dass, was Sie interessiert eingehen? Im Nachwuchscampus tragen alle Schüler ihr Wissen zu Beginn des Unternehmensbesuches vor und teilen ihre Interessen mit. Sie fühlen sich nicht als unwissende Jugendliche, sondern kommen von Anfang an mit den Unternehmensmitarbeitern in den Austausch. Häufig bekommen sie großes Lob, weil die Unternehmensmitarbeiter beeindruckt sind, was und wie sie als Außenstehende eine Unternehmenspräsentation zum eigenen Unternehmen halten. Die Schüler bekommen eine ungeahnte Selbstbestätigung während der Unternehmenskooperation! Durch unsere Erfahrungen im Nachwuchscampus können wir Unternehmen und Schulen konkret benennen, was sie gewährleisten müssen, damit diese Methoden funktionieren.

Unternehmen können von uns lernen wie gewinnbringend es ist, wenn diverse Branchen gemeinsam Initiativen aufbauen und wie ihnen dabei die neutralen Hochschulen als Ort des Zusammenkommens helfen können. Schüler und Lehrer lernen früh, wie regionale Unternehmen zusammenarbeiten: Die Chemikalien, die HOBUM produziert, werden von MANKIEWICZ gekauft, um Farben und Lacke für MERCEDES BENZ zu produzieren. Das Kupfer von AURUBIS und Wasser von HAMBURG WASSER wird für die Elektrik bzw. Wasserversorgung aller Unternehmen benötigt, deren Gebäude z.T. vom Bauunternehmen AUG.PRIEN gebaut werden. Viele der Kantinen werden vom BACKHAUS WEDEMANN mit Brötchen und Kuchen versorgt. Alle Branchen und Schulen können sich auf dem Gelände der Hochschule zum Vernetzen treffen. Auch inhaltlich kann die Hochschule die Brücke zwischen Schulen und Unternehmen sein, wie das im Nachwuchscampus der Fall ist. Gehen Sie auf die Hochschulen in Ihrer Region zu und binden Sie diese in Ihre Kooperationen ein.

Gesine Liese & Julia Husung
KINDERFORSCHER AN DER TUHH
Am Irrgarten 7, 21073 Hamburg
Tel. Büro: 040-428784082
gesine.liese@kinderforscher.de
Homepage: www.kinderforscher.de und www.nachwuchscampus.de

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